Die Figuren, die die Geschichten der "Hackerland"-Autoren Denis Moschitto und Evrim Sen in ihrem neuesten Buch "Hackertales"
bevölkern, sind Helden und Antihelden aus der Gründerzeit des digitalen Lebens. Die Obsessionen und die Opfer dieses Lebens literarisch einzufangen, ist das Motiv der Hackertales, bei denen es vor allem um eins geht: das Fieber der elektronischen Welt.
Zu Gast bei den Autoren war einer der ersten »Hacker«, der es auf äußerst ungewöhnliche Weise schaffte, kostenfrei zu telefonieren: John Draper alias 'Cap'n Crunch'. Eines Morgens fand er in einer Cornflakespackung der
Firma 'Cap'n Crunch' eine kleine Spielzeugpfeife, mit der man Töne erzeugen konnte, auf die der Computer der amerikanischen Telefongesellschaft 'Ma Bell' reagierte. Nach zahlreichen Versuchen fand Cap'n Crunch die spezifischen
Frequenzen, mit denen man den Vermittlungscomputer analoger Leitungen zu einer Unterbrechung der Gebührenübermittlung brachte. Ein Gespräch konnte weitergeführt werden, ohne dass Kosten entstanden. Ein einfacher Gimmick in einer
Cornflakespackung ermöglichte ihm so die Täuschung eines riesigen Vermittlungscomputers. Damit hatte er nicht nur seinen Namen gefunden, sondern auch das sogenannte Blue Boxing (BB) ins Leben gerufen, wofür er später eine Haftstrafe
verbüßte. Die Geschichte von Cap'n Crunch wird wie eine Legende von Phreaker zu Phreaker (für: »Phonefreak«) weitererzählt.
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