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HACKERTALES als FREE DOWNLOAD
Das Kultbuch HACKERTALES wird in der 3. Auflage als freies Download auf no-copy.org zur Verfügung gestellt. >> HACKERTALES downloaden |
Schnelles Geld(...) Drauf! Das war also mein neuer
Schlachtruf. Ich machte mich gleich an die Arbeit. Ich kaufte mir am Hauptbahnhof alle Computerzeitschriften, die ich finden konnte und begann damit, die Werbeinserenten abzuklappern. Bei jeder gefundenen Triton-Werbung fragte ich
sicherheitshalber noch einmal in der Kanzlei telefonisch nach, ob diese schon registriert war. War sie es nicht, verdiente ich zweihundert Mark. Meine eigentliche Arbeit begann mit der aktiven Suche. Ich rief einen PC-Laden nach dem
anderen an und fragte, ob sie Rechner mit dem Triton-Chipsatz im Sortiment anbieten. Viele wussten nicht einmal, wovon ich redete, und wurden kurzerhand von meiner Liste gestrichen. Die Läden, die den Chipsatz hatten, beehrte ich mit
einem persönlichen Besuch. Meistens war dieser von Erfolg gekrönt, denn oft konnte ich im Laden den Namen Triton auf Preislisten, in Schaufenstern oder auf ausliegenden Werbebroschüren finden. Wie ein hungriger Wolf durchstöberte ich
sämtliche Computerläden Hamburgs auf der Suche nach den goldenen sechs Buchstaben. Massenweise Beweismaterial fand durch meine Hände den Weg in die Kanzlei. Mein Honorar wurde immer zugig mit Verrechnungsschecks beglichen. Nachdem ich im
Stadtgebiet fast alle Computerläden überprüft hatte, fing ich an, auch außerhalb Hamburgs auf die Jagd zu gehen. Selbst in meiner Freizeit konnte ich meine Arbeit nicht ruhen lassen. Wenn ich in einer Stadt unterwegs war, passierte es
des öfteren, dass ich schnell noch in einen Computerladen hineinspazierte, Werbebroschüren einsteckte und dann wieder glücklich aus dem Laden stapfte. Ich fragte mich, ob andere Testbesteller schon auf die Idee gekommen waren,
größeren Läden wie Vobis, Escom oder sogar Kaufhäusern einen Besuch abzustatten. Also rief ich in der Kanzlei an, um nachzuhaken. »Drauf!«, tönte es durch den Hörer. »So richtig?«, fragte ich noch einmal, um sicherzugehen.
»Einfach drauf! Die großen Läden dürfen das auch nicht. Wir haben von Vobis und Escom noch nichts bekommen. Wenn Sie der Erste sind, bekommen Sie das auch angerechnet. Immer drauf!.« Obwohl diese »Hau-drauf-Masche« von Grevenbroich mir
nicht sonderlich sympathisch war, erwischte ich mich nicht selten dabei, dass ich »Drauf, drauf!« vor mich hinsummend durch die Straßen ging. Es war schon ein wenig seltsam, dass ich den Menschen, den ich mir zur Galionsfigur des legalen
Szenegeistes gewählt hatte, nun als völlig neue Person erfuhr. Er war nicht mehr der nette, verständnisvolle und hilfsbereite Anwalt, der bei Seminaren lustige Geschichten erzählte und neugierige Fragen beantwortete. In meinen Augen
wurde er mehr und mehr zu dem, was er wirklich war - ein Geschäftsmann, der der Härte seines Berufs vollends entsprach und für Spaß nur dann zu haben war, wenn man damit Geld verdienen konnte.

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Es dauerte nicht lange und die Neuigkeiten verbreiteten sich wie ein Lauffeuer. Plötzlich wusste jeder Händler um die Probleme, die der
Name Triton in Schaufenstern und Prospekten mit sich brachte. Nach einigen Monaten waren sogar die kleinsten Verkaufsstellen für den Bürobedarf informiert, und meine Arbeit begann mühselig zu
werden. Der Triton-Chipsatz wurde nur noch mit »Trit.-Chipsatz« oder »T-Chipsatz« abgekürzt, so dass eine Abmahnung nicht mehr möglich war. Ich konnte jedoch nicht aufhören, und in meinem nicht
enden wollenden Arbeitseifer kam mir eine rettende Idee. In der Kanzlei klingelte erneut das Telefon. »Wie sieht es eigentlich jetzt aus, wenn ich reingehe und dem
Verkäufer sage, er soll mir einen Kostenvoranschlag geben, wo dann Triton draufsteht?«, fragte ich. Grevenbroich überlegte kurz. »Das geht«, sagte er dann. »Sie müssen aber darauf achten,
dass Sie sich wie ein gewöhnlicher Kunde benehmen. Es ist zwar noch kein Testbesteller auf so eine Idee gekommen, aber rechtlich gesehen ist das korrekt.«
»Und wenn ich mich als jemand anders ausgebe? Zum Beispiel auf einer Visitenkarte?« »Ja!«, antwortete er fast beiläufig. Mir war, als hätte er nicht richtig zugehört oder wollte
es zumindest nicht. Eine andere Antwort hätte ich aber sowieso nicht von

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ihm erwartet. Mit einer seriös wirkenden Visitenkarte einer nicht existierenden Bekleidungsfirma setzte ich meine Suche nach dem Wort »Triton« fort.
Nun konnte ich selbst diejenigen Computergeschäfte aufsuchen, die nicht mit dem Triton Chipsatz warben. Mein Ziel war es, die Leute dazu zu bringen, sich selbst ans Messer zu liefern. In Anzug und Krawatte trat ich als Geschäftsmann
vor die unwissenden Verkäufer und meldete den Kauf mehrerer PCs für mein Unternehmen an. Als Grund für die Wahl ihrer Geschäftsstelle gab ich irgendwelche erfundenen
Empfehlungen an. Ich drückte den Verkäufern ein Blatt in die Hand mit den Erwartungen, die man in meiner Firma an ein PC-System habe. Dabei betonte ich, dass ich selbst keine
Ahnung von Computern hätte schließlich sei ich ja aus der Modebranche. Auf dem Blatt standen Bezeichnungen für ein komplettes PC-System mit reichlich unnötigem
Peripherie-Schnickschnack, von dem ich gleich zwanzig benötigte. Darunter, ganz unscheinbar und etwas unleserlich das Wort »Triton«, das der Verkäufer mit großen Dollarzeichen in den Augen übersah. Ich bewegte die Händler zu einem
Kostenvoranschlag, legte keinen großen Wert auf Vergünstigungen und gab damit denjenigen Verkäufern, die das Wort Triton bemerkten, den letzten Ruck.
Später verschaffte ich mir ein bisschen Abwechslung, indem ich unterschiedliche Rollen annahm. Dies war außerdem ein guter Weg, um meine Anonymität zu wahren. Ob als
lässiger Freak eines Computerclubs oder als Angestellter völlig sinnloser Firmen, man warf mir die Kostenvoranschläge

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hinterher. Um mir den Besuch von Computerläden weit außerhalb Hamburgs zu ersparen, degradierte ich mich zum Telefonisten und ließ mir per Internet
Kostenvoranschläge an ein Faxgerät in München schicken. Einige Monate lief alles problemlos für mich, bis ich einen Anruf von Grevenbroich bekam. »Haben Sie mal in die c't geschaut?«, fragte er. Obwohl ich mir schon denken
konnte, worum es ging, spielte ich den Unwissenden. »Was steht denn da?« »Lesen Sie mal. Sie sollten sich in Zukunft wie ein gewöhnlicher Das Magenknurren, das
mich seit Stunden nervte, entwickelte sich allmählich zu einer kompletten Symphonie. Da ich mitten in der Arbeit steckte, hatte ich keine Zeit zum Essen gehabt, und mein Körper
zahlte es mir jetzt zurück. Ich konnte es nicht mehr länger hinauszögern, etwas Festes zu mir zu nehmen, und machte mich mürrisch auf den Weg zu einer Imbissbude, die nicht weit
von meiner Wohnung entfernt war. Ohne dass ich es mitbekommen hatte, musste es geregnet haben, denn die Straße schimmerte ölig im Schein der Sonne, die allmählich
wieder hinter den Wolken zum Vorschein kam. Ich mochte dieses Wetter. Der Regen wusch den Dreck von den Straßen und hinterließ immer diesen angenehmen, frischen
Geruch, den ich tief in meine Lungen einsog. Irgendwie war es doch eine gute Idee gewesen, die Wohnung zu verlassen, und ich genoss meinen kleinen Spaziergang. (...)>> NEU: Lesen Sie die komplette Geschichte |
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Jan Krömer / Evrim Sen NO COPY Die Welt der digitalen Raubkopie ISBN 3-608500-82-0 EUR 15,80
www.no-copy.org |
Jan Krömer / Evrim Sen NO COPY DER FILM
Die Geschichte der digitalen Raubkopie gibt es nun auch in Form eines spannenden Kurzfilms, mit Denis Moschitto als Sprecher
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Denis Moschitto / Evrim Sen HACKERLAND Das Logbuch der Szene ISBN: 3-608500-29-4 EUR 12,80
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Die Welt der digitalen Raubkopie |
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Die Geschichte der digitalen Raubkopie gibt es nun auch in Form eines spannenden Kurzfilms, mit Denis Moschitto als
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