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Interview mit sTEELER
sTEELER stieg schon im Kindesalter in die Computerszene ein und agiert heute im legalen Bereich. Als
Hauptorganisator der 'Mekka & Symposium Party' ist er in der Szene unter dem Namen 'sTEELER' bekannt. Die Mekka & Symposium Party findet jedes Jahr zu Ostern in
einer großen Halle im niedersaechsischen Fallingbostel statt. Im Laufe der Jahre gewann sie an Bedeutung und gehört heute mit über tausend Besuchern zu den
beliebtesten Szeneveranstaltungen Europas.
Autoren: In welchen Gruppen bist du jetzt?
sTEELER: Phantasm und Hellfire.
Du scheinst immer gut drauf zu sein, woran liegt das?
(lacht) Naja, alle Scener sind irgendwie bescheuert!
Erzähle uns doch mal etwas über die alten Zeiten, wann hast du angefangen zu cracken?
Das hab ich zur selben Zeit mit Tapes auf dem C64 gemacht. Einen Tape-Header konnte ich schon auf dem C64 erkennen. Ich hab für den C64 damals ca. hundertfünfzig Spiele gecrackt.
Wie alt warst du damals?
Ich glaube fünfzehn. Das muß dann so um 1987 gewesen sein. Ich hatte noch richtig Zeit damals. Aber ich bin zum Glück nicht in soziale Armut
geraten wie einige unserer Kollegen. Viele sind wohl ziemlich vereinsamt vor ihrem Rechner.
Wie bist du damals an den Commodore-64 gekommen?
Ich hab für meinen C64 damals noch 1500 Mark ausgegeben. Mein Konfirmations-Geld war futsch! Und nach einem Jahr habe ich schon
angefangen zu cracken. Hatte aber schon in der Schule erste Kontakte mit Rechnern gehabt. Einen PET2001 von CBM. Das sind uralte Rechner
aus den Anfaengen. Dann habe ich damals bei Vobis meinen ersten richtigen Computer gesehen. Den wollte ich unbedingt haben. Damals kosteten Disketten noch 30 Mark die Packung.
Hast du mit Raubkopien Geld verdient?
Man verdiente sich sein Geld mit seiner eigenen Raubkopierer-PLK. Meine war damals PLK 933655c, 2100 Hamburg 90. Ich schrieb den Leuten, die
kaufen wollten: 'Write to sTEELER for swapping!'
Ist die PLK heute noch gültig?
Ist schon lange off. Hab ich gecancelt, als die ersten abgefangen wurden.
Heikle Geschichten damals! Bei meinen Kumpel Rascal von der Gruppe HF haben sie zu der Zeit die gesamte Wohnung auf den Kopf gestellt.
Wurden die anonymen PLKs von der Post nicht abgeschafft?
Genau, irgendwann ging das nicht mehr. Aber einmal ausgestellte wurden noch eingelöst. Spaeter ging aber nur noch Postfach. Ohje, die alten
Zeiten, es kommt alles wieder hoch! (lacht)
Wie kamst du zum Cracken?
Mein Kumpel Heino Snyder von der Red-Label-Mailbox hat mir Coden
beigebracht. Er war der erste Scener, den ich kennenlernte. Dann war da noch Freddy von Secret-Castle, und die wurden richtig fett gebustet. Eines
Tages klingelt es, die Mutter macht die Tür auf, und da steht ein Mann und sagt: 'Guten Tag , wir haben hier einen Hausdurchsuchungsbefehl für
das Zimmer ihres Sohnes.' Die Frau ist zusammengebrochen. Was für ein Spaß, und Freddy war in der Schule! (lacht)
Wie alt war Freddy damals?
Freddy? So an die siebzehn denke ich.
Wie bist du in die Szene reingekommen?
Ich wußte noch gar nicht, daß es die Szene gab, und da war ich irgendwie
schon drin. Mein erstes Modem hatte ich 1988 am C64: 300 Baud. Damit bin ich immer in die TECS gegangen: eine reine Multiport-Chat-Mailbox.
Das war geil! Richtig reingerutscht würde ich aber sagen, bin ich durch Freddy und Heino. Das waren die ersten Kontakte mit Szenemailboxen.
Parallel dazu gab´s noch eine Mailbox bei mir im Dorf: Maschen bei Hamburg. Der Betreiber war Gandalf, ein guter Kumpel von mir. Nun, ich
stieg als Co-Sysop bei Gandalf ein. Die Mailbox lief damals noch auf einem alten Amiga 2000 mit 80 Megabyte Festplatte, was mehr als genug
war. Gandalf kaufte sich eine 020er Turbokarte, und die ersten 9600-Baud-Courier-Modems gingen ans Netz. Wir stellten beide
gleichzeitig fest, daß es in Hamburg ein paar Mailboxen gab, die nicht nur PD-Software anboten, sondern auch in einem harten
Geben-Und-Nehmen-Schema ihre Software für uns lösten. Also war unsere Idee, das ein wenig in den Süden Hamburgs auszudehnen und
unseren Bereich mit der Software abzudecken. Wir teilten unsere Mailbox in einen schwarzen und einen weißen Bereich auf. Der weiße Bereich war
für jeden zugaenglich, der schwarze nur für schwarze Schafe, die wir selber bestimmen konnten. Ein idealer Einstieg. Ein Besucher der
Mailbox, der keine Ahnung hatte, bekam nichts zu sehen.
Wußtet ihr damals überhaupt, was die Szene war?
Schwer zu sagen. Ich wußte, daß es Gruppen gab, die Software crackten. Ich wußte aus C64-Tagen auch, daß diese Gruppen sich untereinander
kennen. Aber aus meinem Bereich kannte ich eigentlich nur Leute, die mit der DFü-Szene (Datenfernübertragung) in Kontakt standen. Demoshatte
ich auf dem C64 aber auch selber programmiert. Erst in Basic, dann in Assembler. Aber direkt 'Scene' dazu zu sagen, war mir fremd. Es gab keinen direkten Kontakt zu den Mitgliedern.
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NO COPY - DER FILM |

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DEUTSCH |
ENGLISH |
Die Geschichte der digitalen Raubkopie mit Denis Moschitto als Sprecher |
The history of digital piracy in a short movie. With the famous german actor Denis Moschitto as speaker. |
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NEU |
Jan Krömer / Evrim Sen NO COPY Die Welt der digitalen RaubkopieISBN: 3-608500-82-0 Tropen Verlag Berlin EUR 15,80

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