Hackerland

3. Auflage

<< zur Kapitelübersicht

Home / Kapitel / Die Kunst des Hackens: Kryptographie

Kryptographie

Die beste Art, sich gegen unbefugten Zugriff auf die eigenen Daten zu schützen, ist die Methode der Verschlüsselung. Mit einem komplizierten mathematischen Algorithmus ist es möglich, beliebige Daten, Texte oder Bilder mit einem Paßwort zu versehen, um sie für Fremde unlesbar zu machen. Dies ist für Nachrichtendienste und andere geheime staatliche Einrichtungen geradezu unverzichtbar. Aber auch private Anwender sind darauf gekommen, ihre Daten zu verschlüsseln, um sie effektiver vor Fremdeingriffen zu schützen.
Eine verschlüsselte Datei, deren Paßwort unbekannt ist, sollte in der Regel nicht zu knacken sein. Dennoch gibt es Hacker, die sich durch ihre enormen mathematischen Fähigkeiten auf das Entschlüsseln derartig codierter Nachrichten spezialisiert haben. Bislang gab es noch keine Zeichenkombination, die nicht gelöst worden wäre. Es war stets nur eine Frage der Zeit.

NSA - National Security Agency

Ein wahres Genie auf seinem Gebiet ist Philip R. Zimmermann, ein Ingenieur mit über zwanzig Jahren Programmiererfahrung. Er hat sich auf Echtzeitsysteme, Kryptographie, Authentisierung und Datenaustausch spezialisiert. Seine Arbeit umfaßt Design und Implementierung der Authentisierungssysteme für Informationsnetze, Netzdatensicherheit, Schlüsselmanagementprotokolle, Simultanbetrieb mit Echtzeitzugriffsleitprogrammen, Betriebssysteme und lokale Netzwerke. Für internationalen Gesprächsstoff sorgte Zimmermann mit der Entwicklung eines einzigartigen Verschlüsselungsprogramms, das mit heutigen technischen Möglichkeiten noch nicht entschlüsselt werden kann: PGP (Pretty Good Privacy).
PGP wurde ursprünglich für den privaten Benutzer entwickelt, der seine Daten vor fremdem Zugriff schützen wollte. Im EMail-Bereich sollte PGP Anwendern ermöglichen, Nachrichten verschlüsselt zu senden. Wie alle neuen Verschlüsselungsarten wurde auch diese von den amerikanischen Geheimdiensten auf ihre Wirksamkeit untersucht und geprüft. PGP ließ schon relativ bald sämtliche Alarmglocken schrillen, denn es stellte sich heraus, daß Daten, die in PGP codiert werden, praktisch nicht zu knacken sind. Selbst ein Supercomputer der heutigen Zeit würde zwanzigtausend Jahre benötigen, um eine Datei, die mit PGP codiert worden ist, zu decodieren.
Die US-Regierung hat schon in vielen Fällen die Benutzung guter kryptographischer Technologie verboten, dazu gehörte unter anderem auch Philip Zimmermanns PGP. Software dieser Art wird in Amerika wie Kriegsmaterial gehandhabt und fällt unter das Waffenexportgesetz. Aus diesem Grunde wurde es strengstens verboten, bestimmte Versionen von PGP aus den USA, auf welchem Wege auch immer, in ein anderes Land zu exportieren und zu benutzen. jemand, der seine EMails mit PGP codierte und dessen Nachrichten von Geheimdiensten in den USA abgefangen wurden, hätte unter Umständen Schwierigkeiten bekommen können. Im Grunde scheint die Devise zu gelten: Umso sicherer ein Verfahren zur Verschlüsselung, desto mehr Hindernisse prasseln auf den Autor ein. Selbst IBM schlug für EC-Karten eine Lösung vor (DES-Verschlüsselungsverfahren), die ausgerechnet bei der US-Geheimdienstbehörde NSA (National Security Agency) auf Widerstand stieß.
Um den Fortbestand seines Unternehmens nicht zu gefährden entwickelte Philip Zimmermann auf Betreiben der US-Regierung die Version PGP 5 mit 'Key Recovery', das heißt, es gibt eine Hintertür, die einen Zugang, zum Beispiel für nachrichtendienstliche Entschlüsselung offenhält. Mit dem Verkauf von PGP an eine Firma, die zum Teil von Regierungsaufträgen lebt, wird sich diese Entwicklung wohl fortsetzen.
PGP ist freeware, und jeder kann die Vollversion des Programms aus dem internet beziehen und zumindest noch in Europa völlig legal benutzen.

Beginnend mit der PGP-Version 2.0 erfolgte die Verbreitung der Software auch außerhalb der USA auf allgemein zugänglichen Computern, noch bevor die USA ein generelles Verbot durchgesetzt hatten. Vor allem die Szene nutzt heutzutage PGP, wenn es um die Abwicklung illegaler Geschäfte via EMail geht, da z.B. die Version 2.6.3 immer noch als sehr sicher gilt. Wobei niemand gewährleisten kann, daß nicht mittlerweile auch die im Internet kursierende Version von 2.6-3 nachträglich mit einer Hintertür versehen worden ist.

NO COPY - DER FILM

NO COPY

DEUTSCH

ENGLISH

Die Geschichte der
digitalen Raubkopie mit
Denis Moschitto als Sprecher

The history of digital piracy
in a short movie. With the
famous german actor
Denis Moschitto as speaker.



Play Movie

Abspielen



NEU

NO COPY

Jan Krömer / Evrim Sen
NO COPY
Die Welt der digitalen Raubkopie

ISBN: 3-608500-82-0
Tropen Verlag Berlin
EUR 15,80

Einkaufswagen

>> www.no-copy.org

Home / Kapitel / Die Kunst des Hackens: Kryptographie


<< zur Kapitelübersicht