Hackerland

3. Auflage

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Nachwort zur 2. Auflage

Hackerparty

Seit vielen Jahren sind wir jetzt in die Szene verwickelt. Wir haben ihre Höhen und Tiefen erlebt, folgten blindlings jeder Einladung auf Parties rund um den Globus und mussten uns häufig dieselbe Frage stellen: Was machen wir hier eigentlich?

Wahrscheinlich hingen wir mehr vor unseren Computern als uns heute bewusst ist. Während andere normalen Hobbies nachgingen, verbrachten wir unsere gesamte Freizeit in der Szene. Das Resultat ist nicht etwa elektronisch, sondern ein Buch, das die Szene an die Öffentlichkeit bringt.
Vor der Veröffentlichung konnten wir nicht abschätzen, wie das Feedback der Leser ausfallen würde. Nachdem die erste Auflage gut angenommen wurde, fanden wir uns plötzlich inmitten einer Grundsatzdiskussion über die Definition des Begriffes Hacker wieder. Uns wurde klar, dass wir mit unserer Publikation die vielen kontroversen Meinungen über das, was man gemeinhin als Hacker bezeichnet, aufgewühlt hatten.

Der Chaos Computer Club präsentierte sein unverrückbares, fast schon heilig anmutendes Bild des ´Saubermann-Hackers´. Nicht nur für uns war dies enttäuschend, ließ doch der Verein mit seiner einseitigen Haltung nur wenig Spielraum für einen kritischen Diskurs.

In der Szene gab es Mitglieder, denen das Buch schon im Vorfeld ein Dorn im Auge gewesen war. Womöglich hatten sie darin eine Verletzung des Szenegeistes und einen weiteren Schritt zur deren Kommerzialisierung gewittert. Nach der Veröffentlichung haben uns deshalb die positiven Reaktionen der Szene überrascht. Mit soviel Zuspruch hatten wir nicht gerechnet - sogar von Leuten, denen wir unseres Erachtens zu Nahe getreten sind. Genervt von ständigen Bombardements lächerlicher Fehlinformationen durch die Medien, überwog anscheinend der Wunsch nach Klarheit und Sachlichkeit. Viele Szenemitglieder fühlten sich durch unser Buch bestätigt.

Es ist nicht abzusehen, ob der mittlerweile unaufhaltsam gewordene Öffnungsprozess, der Szene schaden oder aber nutzen wird. Vielleicht haben Dinge wie Freundschaft und Solidarität unter dem ständig größer werdenden Einfluss des Geldes einen geringeren Stellenwert als damals. Dennoch ist eine positive Tendenz nicht zu leugnen: Für immer mehr Mitglieder bietet die Szene ein Sprungbrett in die multimediale Berufswelt und dadurch eine realistische Zukunftsperspektive.

Wie die Zukunft der Szene aussehen wird, ist ungewiss. Sie wird sich aber auch weiterhin an den Fortschritt der Computertechnologie anpassen, um immer auf dem neusten Stand zu sein. Es ist wahrscheinlich, dass die Szene ein wenig lauter werden wird, zumindest so laut, dass man von ihr hören wird.

Ihr illegaler Teil ist auf dem Höhepunkt einer Entwicklung angelangt, an dem mehr Geld als je zuvor in die Taschen der Mitglieder fließt. Durch die CD-ROM als Datenträger floriert das Geschäft mit raubkopierter Software erneut, und die stetig wachsende Zahl der Computerbenutzer kann der illegalen Szene nur neuen Antrieb geben. Die Aufhebung des Monopols der Deutschen Telekom wird einigen Phreakern neue Wege des kostenfreien Telefonierens eröffnen. Ideen dazu findet man schon auf den entsprechenden Seiten im Internet.

Leader und Szenegrößen illegaler Gruppen, die schon in der zweiten Dekade dabei sind, leben wie die Maden im Speck. Eine Gruppe, die sich über einen solch großen Zeitraum halten konnte, hat einen gewissen Ruf in der Szene und nutzt ihm zum Anwerben junger Mitglieder. Zwar sind nur selten neue Mitglieder erforderlich, doch junge Leute werden in eine illegale Elite-Gruppe gern aufgenommen. Sie bilden die zukünftige Generation.

Einige Szenemitglieder illegaler Vereinigungen arbeiten immer noch zum Spaß. Diese Leute scheinen aber einer aussterbenden Spezies anzugehören. Neben Geld tritt Macht als Hauptmotivation. Die illegale Szene kontrolliert Firmen unterschidlichster Art, hat ihre Finger in gewinnbringenden Geschäften der Softwareindustrie und expandiert von Tag zu Tag. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die illegale Szene entdeckt, dass auch außerhalb der Computerwelt noch Geld zu holen ist.

NO COPY - DER FILM

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DEUTSCH

ENGLISH

Die Geschichte der
digitalen Raubkopie mit
Denis Moschitto als Sprecher

The history of digital piracy
in a short movie. With the
famous german actor
Denis Moschitto as speaker.



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Jan Krömer / Evrim Sen
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Die Welt der digitalen Raubkopie

ISBN: 3-608500-82-0
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