Durch das stetig wachsende Interesse an Computern ist der Begriff 'Hacker' auch für Nicht-Computerbesitzer
längst kein Fremdwort mehr. Berichte über Computerfreaks, die sich in Staatsbanken hacken und für die selbst die Supercomputer der Geheimdienste kein Hindernis mehr sind, klingen
vertraut. Es gibt ausführliche Reportagen in Zeitung und Fernsehen, und schon des öfteren haben sich Filmemacher dieses Themas angenommen. Man hört von Fällen, in denen sich Hacker
angeblich per Knopfdruck die Bankkonten bequem von zu Hause aus füllen und Telefonate auf Kosten ihrer ahnungslosen Nachbarn führen. Vieles davon ist tatsächlich geschehen. Im letzten
Jahrzehnt gab es kaum eine Grenze, die ein Hacker nicht übertreten hätte. Doch entsprechen Berichte über derartige Vorfälle nicht immer ganz der Wahrheit. Vieles ist Legende oder
bewußte Fehlinformation, so daß die eigentliche Welt der Hacker im Verborgenen bleibt. Kaum jemand weiß etwa, daß viele Hacker Mitglied einer geheimen, aber nicht unbedingt
kriminellen Organisation sind. Bisher ist nur wenig über diese Organisation an die Öffentlichkeit gedrungen; zu geschickt wurde sie von ihren Mitgliedern getarnt. Hin und wieder
melden sich vermeintliche Insider, schreiben Bücher mit Titeln wie 'Ein Hacker packt aus' und verdienen dabei ein kleines Vermögen. Doch war bis heute niemand imstande, ein
wahrheitsgetreues Bild dieser Organisation zu zeichnen, die sich schlicht und einfach die 'Szene' nennt. Der Begriff 'Szene' scheint für eine derartige Vereinigung gänzlich
ungeeignet, aber über die Jahre hat er sich auch im Kreise ihrer Mitglieder etabliert. Sie selbst nennen sich auch 'Scene Members' oder 'Sceners' und gehören einem Zusammenschluß an,
der nicht nur aus Hackern, sondern auch aus Geschäftsleuten und Softwareproduzenten besteht. Die Szene ist eine wohldefinierte Organisation. Es existieren Listen, in denen jedes
Mitglied mit einem Pseudonym erfaßt ist. [...]
Wer einmal Mitglied der Szene war, wird ihr nur schwer den Rücken zukehren können, und auch wir wollen es mit diesem Buch
nicht tun. Sicherlich werden wir einigen Leuten auf die Füße treten, aber das ist bei einer derartigen Veröffentlichung unvermeidlich. Wirklichen Schaden kann man kaum anrichten,
dafür ist die Szene zu gut organisiert. Zum Schutz vor Außenstehenden wird in der Szene ein sich ständig ändernder Jargon benutzt. Da sprachliches Verstehen eine beiderseitige
übereinkunft voraussetzt, macht es die Szenesprache einem Laien völlig unmöglich, Einsicht in ihre Vorgänge zu gewinnen. Zum Teil existieren für verschiedene Begriffe der Szene im
normalen Sprachgebrauch keine Pendants, was eine direkte Übersetzung von vornherein ausschließt. Wir haben in unserem Buch versucht, Vorgänge der Szene ohne Fachbegriffe anschaulich
zu machen. Hilfe bietet auch ein ausführliches Lexikon mit Redewendungen und szenespezifischen Begriffen im Anhang. Einige der in diesem Buch enthaltenen Informationen sind noch nie
veröffentlicht worden und bedürfen zum Teil weiterer Beweise, die wir nicht erbringen wollen. Mehr, als mit unserem Namen für die Korrektheit der Informationen zu bürgen, können wir
nicht. Ein Großteil unserer Informationen beruht auf Geschehnissen und Geheimnissen, die eigentlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt waren, an denen wir aber aufgrund unserer
langjährigen Mitgliedschaft i der Szene teilhaben konnten.
Köln, Februar 1999 Denis Moschitto, Evrim Sen
NO COPY - DER FILM |

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Die Geschichte der digitalen Raubkopie mit Denis Moschitto als Sprecher |
The history of digital piracy in a short movie. With the famous german actor Denis Moschitto as speaker. |
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NEU |
Jan Krömer / Evrim Sen NO COPY Die Welt der digitalen RaubkopieISBN: 3-608500-82-0 Tropen Verlag Berlin EUR 15,80

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